Um direkt ins Bootmenü des Computers zu booten (das sogenannte BIOS oder UEFI-Menü), kann man unter Windows einen einfachen Terminalbefehl in der Eingabeaufforderung oder PowerShell verwenden.
Dieser Befehl ist besonders nützlich, wenn Sie schnell und ohne Neustarts oder Tastenkombinationen auf die Systemeinstellungen zugreifen möchten. Das ist ideal wenn man ein anderes Betriebssystem wie zum Beispiel Linux vom USB-Stick booten möchte um es auszuprobieren oder zu installieren.
Der Terminal Befehl lautet:
shutdown /r /fw /t 5
Erklärung der Optionen:
/r – Führt einen Neustart des Systems durch.
/fw – Gibt an, dass das System beim Neustart direkt in das Firmware-Menü (UEFI/BIOS) starten soll.
/t 5 – Legt eine Verzögerungszeit von 5 Sekunden fest, bevor der Neustart beginnt. Diese Zeitspanne kann angepasst werden; /t 0 startet den Neustart ohne Verzögerung.
Hinweis: Dieser Befehl funktioniert nur auf Systemen, die UEFI unterstützen und bei denen die Schnellstartfunktion aktiviert ist. Bei älteren Systemen, die auf das klassische BIOS setzen, funktioniert dies in der Regel nicht. Bei diesen Systemen können Sie das Bootmenü nur über eine spezifische Taste während des Hochfahrens erreichen (z. B. F2, F12, ESC oder DEL).
Anwendungsschritte:
Öffnen Sie das Startmenü und suchen Sie nach „Eingabeaufforderung“ oder „PowerShell“.
Führen Sie das gefundene Programm als Administrator aus (Rechtsklick > Als Administrator ausführen).
Geben Sie den oben genannten Befehl ein und drücken Sie Enter.
Nach wenigen Sekunden wird der Computer neu gestartet und öffnet automatisch das UEFI/BIOS-Menü, ohne dass Sie eine Taste drücken müssen.
Diese Methode spart Zeit und ist hilfreich, wenn Sie wiederholt ins UEFI/BIOS-Menü müssen, etwa für Einstellungen zur Bootreihenfolge oder Hardware-Konfiguration.
Das Bootmenü (BIOS/UEFI) benötigt man in verschiedenen Situationen, um grundlegende Einstellungen für die Hardware oder das Betriebssystem anzupassen. Hier sind einige typische Anwendungsfälle:
Wann: Wenn Sie das Betriebssystem neu installieren möchten oder von einem externen Medium (z. B. USB-Stick oder DVD) booten müssen.
Warum: Im Bootmenü können Sie festlegen, welches Medium zuerst gebootet wird. Dies ist wichtig für die Installation oder Reparatur von Windows und anderen Betriebssystemen.
Wann: Wenn Sie Hardware wie Onboard-Grafik, Soundkarten oder Netzwerkadapter ein- oder ausschalten möchten.
Warum: Manchmal verursacht eine Komponente Probleme, oder Sie möchten eine externe Hardware statt der integrierten nutzen. Diese Einstellungen lassen sich oft nur im BIOS/UEFI anpassen.
Wann: Wenn Sie virtuelle Maschinen verwenden möchten, die auf Technologien wie Intel VT-x oder AMD-V angewiesen sind.
Warum: Die Virtualisierungseinstellungen sind oft standardmäßig deaktiviert. Um Virtualisierungssoftware (z. B. VMware oder VirtualBox) effizient zu nutzen, muss sie im UEFI/BIOS aktiviert werden.
Wann: Bei Problemen mit der Kompatibilität neuer Hardware oder wenn eine neue BIOS-Version erforderlich ist.
Warum: BIOS-Updates können Hardwarekompatibilität, Stabilität und Sicherheit verbessern. Manche Updates erfordern einen direkten Zugriff auf die BIOS/UEFI-Oberfläche.
Wann: Bei Installation oder Aktualisierung von Windows, besonders bei Windows 11, oder wenn die Sicherheit des Bootvorgangs erhöht werden soll.
Warum: Secure Boot verhindert das Laden unsignierter Betriebssysteme oder Malware und ist Voraussetzung für Windows 11.
Wann: Wenn Sie das BIOS/UEFI-Passwort vergessen haben oder die Standardeinstellungen wiederherstellen möchten.
Warum: Bei Änderungen an Hardware oder Problemen mit fehlerhaften Einstellungen kann es hilfreich sein, alles auf den Ursprungszustand zurückzusetzen.
Wann: Wenn Sie Prozessor, Grafikkarte oder Arbeitsspeicher übertakten möchten.
Warum: Enthusiasten nutzen BIOS/UEFI oft, um Leistungssteigerungen zu erreichen, die mehr Kontrolle über die System-Hardware erfordern.
Wann: Bei Problemen mit der Erkennung von Festplatten, RAM, Grafikkarten oder anderen Komponenten.
Warum: Im BIOS/UEFI können Sie sehen, ob die Hardware korrekt erkannt wird und oft auch testen, ob Einstellungen zu Problemen führen.
Der direkte Zugriff über den Shutdown-Befehl spart Zeit und erleichtert das Arbeiten mit Einstellungen, die für die Funktionalität oder das Setup eines Systems wichtig sind.
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